Viral & Content Marketing Konferenz 2017 – Recap

Wenn die Katze mal wieder auf dem Einhorn reitet und der BVG alles egal ist – dann ist das nicht nur gutes Storytelling, sondern die Viral und Content Marketing Konferenz 2017!

Bereits seit 2015 veranstaltet die renommierte Quadriga Hochschule nun die alljährliche Viral & Content Marketing Konferenz mit namhaften Speakern, interaktiven Workshops und jede Menge Input. Wer hier nur zum Zuhören und Berieselnlassen vorbeikommt ist definitiv falsch am Platz! In diesem Jahr haben auch wir von Peak Ace es uns nicht nehmen lassen, dabei zu sein und wurden – wie zu erwarten – nicht enttäuscht.

Im Mittelpunkt der 3. Viral & Content Marketing Konferenz der Quadriga Hochschule stand die Frage: Mit welchen Inhalten und über welche Kanäle erreiche ich auch in Zukunft meine Zielgruppe? Dieser Fragestellung widmeten sich zwei Tage lang diverse namhafte Experten aus unterschiedlichsten Blickwinkeln: Was macht gutes Storytelling aus? Welche Veränderungen durchlebt Storytelling im Zeitalter der Digitalisierung? Welche Kriterien muss eine Kampagne erfüllen, um viral zu gehen? Antworten gab es aus der Wissenschaft, dem B2B sowie B2C Bereich und anhand von Best Cases aus der Praxis. Sowohl für Newcomer als auch für Marketingprofis gab es hier einiges zum Mitschreiben.

Keynote von Prof. Dr. Bernhard Pörksen

Prof. Dr. Pörksen ist Medienwissenschaftler und Professor an der Universität Tübingen. Der im Jahre 2008 zum Professor des Jahres gekürte Freiburger eröffnete am Vormittag mit seiner prosodischen sowie rhetorisch auf den Punkt getroffenen Rede die Konferenz mit einer kleinen Geschichte. Eine Geschichte, deren Ende zunächst offenblieb. Wie sollte es auch anders sein? So bot sich uns eine erste Geschmacksprobe des fesselnden Storytellings. Ist aber Storytelling gleich Storytelling? Wie verändert sich das Geschichtenerzählen und welches sind die gravierenden Veränderungen heute im Zeitalter der Digitalisierung?

Prof. Dr. Pörksen nennt drei grundlegende Veränderungen:

  1. Disintermediation: Geschichten erzählen kann jeder, doch nicht jeder kann sie hören. Disintermediation beschreibt den Moment, in dem sich jeder zur Story zuzuschalten vermag.
  2. Hyperintermediation: Dort, wo Rezipienten sind, sind logischerweise auch Medien. Hyperintermediation beschreibt den Zustand der Allgegenwärtigkeit von Medien.
  3. Vermessbarkeit der Geschichtserfolge: Gemessen wird mithilfe von Tools, anhand von Metriken, Traffic, Page Ranks oder oder oder – das beeinflusst Art und Weise des Geschichtenerzählens maßgeblich.

Diese Veränderungen bedeuten für Marketer, Strategien zu überdenken, festgefahrene Vorgehensweisen zu ändern und Muster zu durchbrechen. Aber wie wir wissen, lebt eine gute Geschichte von ihrem Bruch und der Spannung!

Quelle: Viral & Content Marketing Konferenz 2017

Wie IOT die Disziplin Content Marketing verändert

Nicht nur jeder ist heute in der Lage, Geschichten zu erzählen, sondern auch beinahe alles. Denn auch Dinge werden jetzt zu Geschichtenerzählern – und zwar überall, so zumindest Dr. Michael Schmidtke, Leiter Digital Communications bei Robert Bosch GmbH. Ob Smart-Home, Smarte Autos oder Smarte Produktion in der Industrie 4.0 – sie bestechen alle mit ihrer wunderbaren Einfachheit sowie Benutzerfreundlichkeit. Er beschreibt die daraus folgende User-Experience als „Transmedia Manifesto“ – sozusagen eine clevere Schnitzeljagd über alle Kanäle.

Welchen Einfluss hat das auf die Marketingdisziplin Content Marketing? „Werden die Dinge immer smarter, aber unsere Websites immer dümmer?“ Das ist die überleitende Frage, die Dr. Schmidtke in den Konferenzsaal wirft. Der User erwartet Smartness, und zwar immer und überall. Er ist an sie gewohnt. Und Content bildet hierbei keine Ausnahme. Einfach Inhalte um des Inhalts willen zu produzieren – das funktioniert schon lange nicht mehr. Aber wie generiert man eigentlich smarten Content? Ein Tipp aus dem Hause Robert Bosch: Predictive Analytics statt Web Analytics! Das bedeutet, sich als Marketer nicht die Frage zu stellen „Wie war die Kampagne?“. Vielmehr ginge es heute darum, weitblickend zu denken, über lange Zeit wertvolle Daten zu sammeln und diese vorausschauend einzusetzen. Außerdem sei es wichtig, Content spezifischer in seinem semantischen Feld zu machen, ihn zu verfeinern und zu optimieren, anstatt auf Masse Inhalte zu produzieren.

Quelle: Viral & Content Marketing Konferenz 2017

Viral at its best – The DNA Journey von momondo

Und wie schafft man es, nicht nur smarten Content zu produzieren, sondern dabei auch noch weltweit viral zu gehen? Das hat uns momondo mit ihrer Kampagne „The DNA Journey“ eindrucksvoll gezeigt. 24 Millionen Menschen sahen sich das fünf Minuten Video innerhalb der ersten fünf Tage nach Veröffentlichung an, zusätzliche drei Millionen via YouTube. Mit „The DNA Journey“ ist der dänischen Reisesuchmaschine momondo ein absoluter Viralhit geglückt, der die Bekanntheit des E-Commerce Unternehmens quasi über Nacht in die Höhe trieb.

„Wir wollten mit dieser Kampagne die Philosophie des Unternehmens nach außen tragen und die imaginären Grenzen in den Köpfen der Menschen durchbrechen“, so Julie Pederson, Global Head of PR and Communications bei momondo. Damit viral zu gehen sei von Beginn an das Ziel gewesen. „Man lachte uns zunächst aus, als wir sagten, dass wir uns von einem fünf Minuten Video Erfolg in den sozialen Netzwerken erhoffen. Viel zu lang sei es, die Aufmerksamkeitsspanne des Users sei nicht einmal im Ansatz so groß“. Manchmal lohnt es sich aber scheinbar doch, seine Idee zu verfolgen und hinter seiner Unternehmensphilosophie zu stehen – denn wie man sah, bestätigen Ausnahmen die Regel.

Quelle: Viral & Content Marketing Konferenz 2017

Sum-Up und Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass es die eine Antwort auf die Frage „Mit welchen Inhalten und über welche Kanäle erreiche ich auch in Zukunft meine Zielgruppe?“ gar nicht gibt. Vor allem die Best Cases zeigten eindeutig, dass Marketer ihre Inhalte und Formate für jedes Unternehmen, jedes Produkt sowie jede Dienstleistung individuell zuschneiden müssen. Regeln? Weit gefehlt. Natürlich kann man sich an Richtwerten orientieren wie beispielsweise: „Welche Länge darf ein Facebook-Video nicht überschreiten?“. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel, wie man am Beispiel von momondo sehen konnte: Ein fünf Minuten Video, das auf der größten Social Media Plattform viral geht, ist also doch möglich – mit der richtigen Storyline!

Im Zuge zweier spannender Tage voller Gehirnschmalz und Input kristallisierte sich jedoch auch heraus, in welchen Punkten sich die Marketingprofis alle eindeutig einig sind:

  1. Fangt an, Eure Denke zu ändern: Unterschiedliche Kanäle brauchen unterschiedlichen Content!
  2. Über 80 Prozent der Internetnutzer sind heute mobil unterwegs. Produziert mobile friendly Content!
  3. Qualität statt Quantität!

Author bio:

Bevor Gülsüm ein Teil des Content & Online PR Management Teams bei Peak Ace wurde, studierte sie Kommunikationswissenschaft, Soziologie sowie Europäische Ethnologie im Bachelor und arbeitete anschließend als PR-Beraterin. Ihr Credo bei der Erstellung von Content: Nicht in Zielgruppen denken - sondern in Menschen!

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