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Jan 15

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Ultimative Anleitung zum Google Disavow Tool

Wenige Themen haben es in der Vergangenheit geschafft, so stark zu polarisieren, wie das Google Disavow Tool. Wir starten mit einem kurzen Rückblick in das Jahr 2012 und die damalige Einführung um dann zügig viele, konkrete Tipps, Anwendungsfälle und andere Fakten rund um das Tool aufzuzeigen. Ihr sucht die ultimative Anleitung zum Disavow Tool? Here you go!

Der Launch des Disavow-Tools – Google veröffentlicht einen „Game Changer“

Am 16.10.2012 hat Google in einem Artikel den Launch eines Tools öffentlich verkündet, zu dem bis heute die Meinungen in der Branche teils gravierend auseinander gehen und welches zu dieser Zeit und den folgenden Monaten sicherlich eines der Hauptgesprächsthemen an jedem SEO-(Stamm-) Tisch war. Manche sagen, dass das Disavow-Tool seitens Googles ein Eingeständnis war/ist, beim Thema Linkbewertung (vollkommen) versagt zu haben. Andere wiederum sind der Meinung, das Tool sei schlicht einer der brillantesten Schachzüge des Google SPAM-Teams schlechthin. Anfänglich haben alle strengstens davor gewarnt das Tool zu nutzen, schnell jedoch floss es aus unterschiedlichen Gründen – nahezu wie selbstverständlich – an vielen Stellen in die SEO-Arbeit mit ein.

Googles Artikel – Eingeständnis eines Scheiterns?

In der erstmaligen Ankündigung haben bereits die ersten Sätze die Richtung aufgezeigt, in die es gehen soll. Sie waren:

Today we’re introducing a tool that enables you to disavow links to your site. If you’ve been notified of a manual spam action based on “unnatural links” pointing to your site, this tool can help you address the issue.

Schon im zweiten Satz wurde demnach klar, wofür dieses Tool gedacht war: „Du hast eine manuelle Maßnahme bei deiner Domain? Help yourself! Hier ist das Tools dazu, Links zu deiner Domain zu entwerten, die DU als kritisch einschätzt und die DU ggf. nicht entfernen kannst.“ Obwohl Google eigentlich wissen sollte, welche Links das Problem ihrer Meinung nach sind, schoben sie die Verantwortung, diese zu erkennen, mit dem Disavow-Tool auf die Webmaster ab, anstelle einfach die von ihnen als kritisch eingestuften Links selber zu entwerten. Alternativ wäre es auch möglich gewesen, diese Links so klar zu benennen, dass es dem Webmaster erleichtert werden würde, sie abzubauen. Dies ist aber genau das, was Google an dieser Stelle nicht wollte.

Natürlich hat Google damals zeitgleich klargestellt, dass die beste Option immer erst das Abbauen von schlechten Links ist und dass das Tool erst genutzt werden sollte, wenn ein weiterer Abbau von Links nicht mehr möglich ist.

If you’ve done as much as you can to remove the problematic links, and there are still some links you just can’t seem to get down, that’s a good time to visit our new Disavow links page.

Somit sollte sichergestellt werden, dass das Tool nur von Leuten genutzt wird, die den Hintergrund des Tools verstanden haben, wodurch die gesammelten Daten natürlich auch eine andere Qualität haben würden.

Aber woher soll der normale Webmaster wissen, welche Links ein Problem darstellen? Es geht an dieser Stelle also nicht um eine gezielte Behebung des Problems (Aufhebung der Penalty) allein, sondern auch um eine Bereinigung des Netzes in puncto „schlechter Links“ durch die Webmaster, deren Domain von einer manuellen Maßnahme betroffen ist. Allerdings wissen wir auch, was der Mensch in solchen Situationen vor allem ist: Faul! Wozu mit dem Abbauen von Links Zeit vergeuden, wenn ich ebenso gut „alles“ nur „hochladen“ brauche? Gegebenenfalls validiere ich dann lieber nicht ganz so genau, eher etwas grob und füge gleich ein paar mir nicht so gut aussehende Domains mit in die Datei – nur um sicher zu gehen? Und Google? Matt Cutts sagte im folgenden Video mit dem Titel „What are common mistakes you see from people using the „disavow links“ tool?ab Minute 2 selber, dass man bspw. beim ersten Reconsideration Request lieber mit der „Machete“ disavown sollte, als mit dem „Skalpell“. Sprich: Disavowed nicht rein auf URL Ebene, nehmt lieber gleich die Domain, ihr könntet ja ein Link auf einer URL übersehen. 😉 Goolge jedenfalls freute sich über eine Unmenge an vorqualifizierten Daten zur „Veredelung“.

Eigentlich ist in diesem Zusammenhang ein anderer Satz aus dem Artikel fast noch spannender:

By removing the bad links directly, you’re helping to prevent Google (and other search engines) from taking action again in the future.

Genau 🙂 Und das gleiche „preventing“ gilt dann für das disavown wohl auch, oder? Hier wurde für viele offensichtlich, dass Google scheinbar ein „Problem“ mit der Linkbewertung hat und auch, welches zweite Ziel sie daher mit dem Tool noch verfolgten. In dem Satz „you’re helping to prevent Google … again“ steckt nichts anderes drin als „..wenn du uns nicht hilfst, kann es sein, dass wir deine Domain möglicherweise (wieder) schlecht bewerten, weil wir vielleicht nicht mehr in der Lage sind, diese Links automatisch zu erkennen.“ Oder wie es andere SEO’s gesagt haben: „Officially welcome negative SEO“ – denn für viele ist das Disavow-Tool ein Eingeständnis seitens Googles, dass negative SEO – allen Dementis zum Trotz – möglich ist und das Google mit dem automatisierten Umgang dieses Problems – bzw. mit der dafür notwendigen Linkbewertung – schlichtweg überfordert ist. Daher das Tool. Etwas salopp könnte man sagen, dass durch dieses Tool jeder Webmaster auch so ein klein bisschen zu einem „Mitglied“ des Google SPAM-Teams geworden ist 😉

Vor allem dieser Satz spiegelte damals in den Augen vieler einen krassen Paradigmenwechsel seitens Google wieder, da Google bis dahin oftmals öffentlich kundgetan hat, dass sich Webmaster bspw. über SPAM-Links keine Sorgen zu machen brauchen und das Negativ-SEO nicht existiert. Google würde sich schon darum kümmern – kein Grund zur Beunruhigung. Nun aber hat Google medienwirksam ein Tool genau zu dem Zweck veröffentlicht, mit dem auf einmal die Verantwortung – spammige Links zu entwerten – nicht mehr bei ihnen selbst liegt, sondern bei den Webmastern. Das Tool hatte also nicht nur einen „reaktiven“ Nutzen (Reconsideration Request), sondern auch einen „pro-aktiven“ – und hier wurden die Diskussionen damals durchaus hitzig.

Unser VP Bastian hat die Argumentationswandlung Googles vor einiger Zeit in einem seiner Slide-Decks mal wie folgt dargestellt:

Google Disavow Tool – Wann sollte es genutzt werden?

Wer zu dieser Zeit bzw. danach in einer manuellen Maßnahme drinsteckte und schnellstmöglich wieder raus wollte, hatte aus SEO-Sicht eigentlich wenig Beweggründe dieses Tool nicht zu nutzen. „Einfacher“, so sagten viele, „geht es ja im Grunde nicht, Google mitzuteilen, welche Links nicht mehr gewertet werden sollen.“ Abbauen? „Ja, ich habe wirklich viele Mails vorab geschrieben, liebes Google, aber leider haben nur ganz ganz wenige darauf reagiert. Aber hier ist übrigens meine Disavow-Datei!“ So oder so ähnlich waren viele Aussagen in der Zeit. 😉

Während die Nutzung bei einer manuellen Maßnahme daher schnell Einzug erhielt, war die pro-aktive Nutzung des Tools – wenngleich möglich – noch umstritten. Es machten Berichte über Fälle die Runde, dass Domains, wo pro-aktiv diavowed wurde, nachträglich eine manuelle Maßnahme bekommen haben.

Heute, nach all den Erfahrungen mit dem Tool, mag der damalige Satz im Verkündungsartikel – „If you haven’t gotten this notification (Anmerkung des Autors: Gemeint ist eine manuelle Maßnahme), this tool generally isn’t something you need to worry about.“ – fast zynisch wirken, denn mittlerweile ist die pro-aktive Nutzung des Diavow-Tools allein wegen des kurz vorher veröffentlichten Pinguin-Updates unerlässlich geworden.

So viel zur Einstimmung. Im zweiten Abschnitt möchten wir euch einige der wichtigsten Punkte zusammenfassen, die man beachten sollte, wenn man das Diavow-Tool nutzen möchte oder muss.

Das Google Disavow-Tool: „How To Do It“

Nachdem wir etwas zu den Hintergründen des Tools gehört haben, möchten wir im folgenden Teil des Artikels einige hilfreiche Tipps und Fakten zusammentragen, die bei der Nutzung des Disavow-Tools berücksichtigt bzw. bedacht werden sollten.

Im Mittelpunkt des Disavow-Verfahrens steht natürlich die Identifizierung der Links, die man, aus welchen Gründen auch immer, disavowen möchte. Zunächst müssen also die Links identifiziert werden, von denen man ausgeht, dass sie „kritisch“ sind oder keinen „Mehrwert“ mehr haben etc. Dies ist sicherlich der aufwendigste Teil des ganzen Verfahrens, soll aber hier nicht Mittelpunkt des Artikels sein. Hierzu gibt es auch keine Anleitung auf dem „Reisbrett“. Wer tief im Linkbuilding drin steckt und die diversen Metriken von Tools wie den LinkResearchTools, Majestic oder ahrefs etc. kennt, der weiß, dass die Qualifizierung der Links mit Ausnahmen von offensichtlichem SPAM oder gekennzeichneten Links ein durchaus schwieriges Unterfangen ist, bei dem neben einer größtmöglichen Datenbasis auch die Erfahrung mit dem Thema eine gewichtige Rolle für den Erfolg spielt. Am Ende heißt es dann aber eigentlich immer: Durchwühlen, da jede Domain, sofern nicht offensichtlich, am besten mindestens einmal reviewt und bewertet werden sollte.

Und welche Seiten sucht man? Hier bietet es sich bspw. an, zunächst eine Vorauswahl aufgrund sinnvoller Metriken zu treffen und damit zu starten: Bspw. könnte man sich Seiten genauer ansehen, die, um mal ein paar LRT Metriken anzuwenden, keine Power*Trust, einen TitleRankt > +30 und ein negatives Linkwachstum haben. Domains, die diesen Kriterien entsprechen, klingen nicht gerade nach „top Qualität“. Dies sind aber nur Beispiele und mögliche Filterkombinationen, unter denen solche Seiten unter anderem gefunden werden können. Dieser Satz ist nicht so zu verstehen, dass alle Links die hier auftauchen, automatisch „kritisch“ sind. Es ist in jedem Falle immer zwingend eine Einzelbetrachtung notwendig. Aber auch die Durchsicht nach Kriterien wie dem Domainthema, CNTRY, Verhältnis Backlinks (total) vs. DomainPop, Sichtbarkeitsentwicklung, offensichtlichen Abstrafungen, Linkintegration uvm. sollten berücksichtigt werden. Es ist also eine Mischung zwischen (harten) Metriken (in puncto Qualität) und eher „soften“ Faktoren wie Content, Linkintegration etc. Aber nochmals: Das Thema Linkbewertung soll nicht Mittelpunkt dieses Artikels sein.

Hat man die Linkbewertung abgeschlossen, geht es bezüglich des Disavow-Tools eigentlich erst richtig los – denn steht diese Liste, ist der Rest im Grunde „Handwerk“, da es seitens Google eine klare Syntax für das Tool gibt, von der wir hier die wichtigsten Punkte zusammenfassen möchten:

  • Zur Nutzung des Tools muss eine Textdatei mit UTF-8 Codierung genutzt werden.
  • Es können sowohl URLs als auch Domains disavowed werden.
  • Es darf pro Reihe nur eine Domain/URL stehen.
  • Soll eine Domain disavowed werden, so muss vor dem Domainnamen ein „domain:“ stehen.
  • Es empfiehlt sich, Subdomains gesondert zu disavowen.
  • Eine URL kann einfach „stand alone“ in einer Zeile stehen.
  • Kommentare müssen zu Beginn einer Zeile mit einem # gekennzeichnet sein.
  • Das File darf nicht größer als 2MB sein.

Wie sieht eine Disavow-Datei aus

Der Inhalt einer normalen Textdatei in UTF-8 Format sieht in der Regel wie folgt aus:

#Am 01.01.2015 hinzugefügt, weil ein Abbauversuch erfolglos war.
domain:beispiel1.com
domain:beispiel2.com
domain:beispiel3.com
domain:beispiel4.com
http://www. Beispiel5.com/link-url/

Je nach Größe der Datei oder den Anzahlen der vorgenommenen Iterationen lohnt es sich natürlich einzelne Abschnitte in der Datei zu kreieren.

Der Hochladeprozess

Der Hochladeprozess ist seitens Google mit einem extra „Mehr“ an Disclaimern versehen worden. So wollen sie sicherstellen, dass das Tool wirklich nur von erfahrenen Webmastern/SEO’s benutzt wird. Von diesen Warnhinweisen darf man sich also nicht irritieren lassen, wenn man eine Datei hochladen möchte.

Loggt man sich in das Tool ein, muss man zunächst einmal die Domain auswählen, für die man eine Datei hochladen möchte. Eine Auswahlmöglichkeit gibt es an der Stelle natürlich nur, wenn man mehrere Domains in seinem Webmaster-Tool-Konto verifiziert hat. Außerdem hat Google an diesem Punkt schon den ersten Warnhinweis bezüglich der Toolnutzung verbaut. Hat man die entsprechende Domain ausgewählt, kann man einfach bestätigen, um im Prozess fortzufahren.

Es folgt ein weiterer Warnhinweis, der den Nutzer noch einmal darauf hinweist, was er im Begriff ist zu tun.


Überwindet man durch Bestätigung nun auch diesen Hinweis, gelangt man schlussendlich zum Tool selbst. Hier kann nun die Textdatei hochgeladen werden und via dem „Senden“-Button übermittelt werden.

Ist auch dieses getan, erhält der Nutzer eine Übermittlungsbestätigung mit der Anzahl an übermittelten Domains/URLs. Hier sollte der Nutzer in jedem Falle noch einmal prüfen, ob die angegebene Anzahl an Domains/URLs mit denen in der Datei übereinstimmt. Hier ein anonymisiertes Beispiel:

Außerdem empfiehlt es sich meines Erachtens immer noch einen Screenshot des Übermittlungsprotokolls zu machen – einfach aus Dokumentationsvollständigkeit.

Ist die Übermittlung abgeschlossen, kann man das Tool verlassen und sich aus den Webmaster-Tools ausloggen. Hiermit ist der Vorgang für den Nutzer abgeschlossen.

Das Disavow-Tool und der Reconsideration Request

Wie weiter oben schon geschrieben, ist einer der Hauptanwendungsfälle des Disavow-Tools die Entwertung von nicht abbaubaren Domains im Rahmen der Behebung einer manuellen Maßnahme. Nutzt man hierbei also das Disavow-Tool, sollte man aber folgendes in jedem Fall beachten: Zwischen Hochladen der Datei und dem Stellen eines Reconsideration Requests sollten immer mindestens 48 Stunden liegen, da Google eine gewisse Zeit braucht, die Daten automatisiert zu verarbeiten bzw. sie den Quality Ratern zur Verfügung zu stellen. Es ist mir persönlich schon passiert, dass ich bei der Ablehnung eines Reconsideration Requests Beispiel-URLs zurückbekommen habe, die in der Disavow-Datei schon inkludiert waren, obwohl hier mehr als 48 Stunden dazwischen lagen. Daher sollte hier eine gewisse Karenzzeit eingeplant werden. Auf die Frage, ob vor einem Reconsideration Request zwingend versucht werden muss, Domains abzubauen, oder ob man die nicht gleich ins Disavow-Tool „packen“ könnte, sei gesagt, dass es immer zu empfehlen ist, wirklich einen Abbauversuch zu unternehmen – was aber nicht bedeutet, dass das andere Vorgehen nicht auch funktionieren kann. 😉

Was ist ein „optimales“ zeitliches Vorgehen

Was ein „optimales“ Vorgehen betrifft, ist dieses teils auch davon abhängig, wie groß das betroffene Backlinkprofil ist und in welchem Verhältnis hierzu der Anteil an zu disavowenden Domains steht. Geht es bspw. um 10 zu disavowende Domains bei einem DomainPop von 1.000, also gerade einmal 1%, so kann man diese 10 Domains sicherlich auf einmal hochladen und „gut ist“. Geht es jetzt aber bspw. um 25% eines Backlinksprofils mit einem DomainPop von 1000 – und das ist in der Realität kein seltener Fall, dann lohnt es sich hier schon über mindestens 2 Phasen nachzudenken, um ggf. auch ein besseres Monitoring der Maßnahme zu gewährleisten. Zwischen den einzelnen Hochladeprozessen sollten dann im besten Fall immer so 3-4 Wochen liegen.

Pro-aktives disavown: Ja/Nein?

Oftmals wird die Frage gestellt, ob der Disavow-Prozess nur einmalig vorgenommen werden muss oder ob es erforderlich ist, dieses wiederkehrend durchzuführen. Gelegentlich kommt auch die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist „pro-aktiv“ zu disavown. Meine Antwort hierauf ist klar: Für mich ist das ggf. notwendige disavown von potentiell schädlichen Webseiten ein fester Bestandteil des permanenten Linkrisikomanagements bei einer Domain. Das war schon zu Inhouse-Zeiten so und ist es auch heute noch. Es empfiehlt sich m. E. mindestens einmal im Quartal eine solche Prüfung zu wiederholen, um etwaige neue Links zu identifizieren, die potentiell Schaden anrichten können. Natürlich hat man bei den folgenden Zyklen den Vorteil, auf eine bestehende Datenbasis zurückzugreifen, man muss also nicht immer wieder alles von vorne analysieren. Dennoch sollte man dieses Prozedere in einem gewissen Rhythmus wiederholen und bitte auch hier bedenken, dass Google eine gewisse Zeit braucht, diese Daten zu verarbeiten und vor manchen Rollouts auch einen „Aufnahmestopp“ bei der Datenerfassung macht. Also pro-aktiv disavowen ja/nein? Es gibt m. E. aufgrund Googles „neuer“ Leitlinie hierzu keine andere Wahl. „We are forced to do that!“

Wichtige Punkte, die man noch wissen sollte:

Zu allem was schon oben steht, noch einmal ein paar weitere interessante/wichtige Fakten zusammengefasst:

  • Google ist nicht gezwungen, sich an diese „Vorschläge“ zu halten. Google behält sich das Recht vor, eine eigene Bewertung der Links vorzunehmen. Das File im Disavow-Tool ist also eher ein „Vorschlag“ als eine „Anweisung“.
  • Kommentare in der Disavow-Datei werden nicht vom Webspam-Team gelesen, da das File komplett automatisiert verarbeitet wird. Dies bestätigte John Mueller unter anderem in einem Google Hangout im Juni 2013: http://pa.ag/1BgcaEn
  • Jede Zeile braucht ein eigenes Kommentarzeichen, wenn über mehrere Zeilen hinweg geschrieben wird. Dies ist jedoch nicht zu empfehlen – besser einen manuellen Zeilenumbruch verwenden
  • Die Reconsideration-Request-Story gehört nicht in die Diavow-Datei.
  • Bei Domain-disavow’s bitte auf Zusätze wie das Protokoll „http(s)“ verzichten.
  • Auch wenn die Domains bzw. Links disavowed wurden, werden sie weiterhin in den Webmaster-Tools angezeigt – also bitte nicht wundern. Hier bekommt ihr sie nur weg, wenn ihr die Links wirklich abbaut.
  • Die Herausnahme einer schädlichen Domain aus der Datei kann zu einer erneuten Abstrafung seitens Google führen. Also Obacht, wenn an der Datei Veränderungen vorgenommen werden. Siehe auch hier
  • Auch wenn die Domains bzw. Links diavow’ed wurden, sind sie natürlich noch reell existent. Daher ist also die klare Empfehlung – auch von uns – zunächst einmal dort einen Abbau voranzutreiben, wo es sinnvoll bzw. erfolgsversprechend erscheint. Was weg ist, ist weg!
  • Nach Googles Aussagen, ist disavowen in gewissermaßen ein „nofollow“ für einen Link. Im Umkehrschluss heißt das aber nicht zwingend, dass nofollow-Links nicht disavowed werden müssen. Es liegt selbstverständlich nahe, mit „follow“-Links zu beginnen – wir haben aber auch schon Fälle erlebt, bei denen uns in den Manual Actions Linkbeispiele genannt wurden, bei denen die Integration mittels „nofollow“ erfolgt ist.

Ein letztes Wort der „Warnung“:

Auch wenn sich das Vorgehen, wie im Artikel beschrieben, eigentlich eher leicht anhört, hier noch ein kleines Wort der Warnung an alle eher unerfahrenen Webmaster/Seiteninhaber, die diesen Artikel lesen: Die Validierung möglicher, schädlicher Links ist eine aufwändige und zeitintensive Aufgabe, die keinesfalls einfach „mal so“ gemacht werden sollte. Nicht selten kommen potentielle Kunden auf uns zu, die da „irgendwas“ gemacht haben, die Auswirkungen der Handlung aber nicht vollumfänglich verstanden haben – der Schaden der hier entstehen kann, ist immens. Daher sei explizit diesen Webseiteninhabern nahegelegt, sich zu diesem Thema entsprechend beraten zu lassen bzw. eine fachkundige Agentur hinzuzuziehen. Wir sehen immer wieder vollkommen sinnfreie Disavow-Dateien (inhaltlich wie auch syntaktisch), durch die in einigen Fällen gar mehr Schaden als Nutzen entstanden ist. Be careful and good luck!

Weiterführende Quellen:

Author bio:

Andor Palau verantwortet als Head of SEO bei der Peak Ace AG die Bereiche SEO Consulting und Linkmarketing. Er war vorher u.a. für TopTarif, eines der großen Online-Tarifvergleichsportale für Strom, Gas, Kfz, DSL, Finanzen & Versicherungen tätig und verantwortet dort die Umsetzung der technischen und...

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