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Automatisierung, Skripte und spannende Extras – unser Recap zum SEACamp 2017

Mittlerweile kommt kaum noch jemand um eine Automatisierung seiner Accounts herum. Die Aufgaben in AdWords werden nicht weniger und können mit automatisierten Regeln, AdWords-Skripten, Excel-VBA oder serverseitigen API-Lösungen abgenommen und schneller bearbeitet werden. Genau um diese kleinen Helfer ging es beim 5. SEACamp am 27. April in Jena. Wir waren, wie auch letztes Jahr, wieder mit dabei und haben einige der Learnings für euch zusammengefasst.

Automatisierte Kampagnenverwaltung mit „Godzilla“

Jean-Luc Winkler veranschaulichte am Beispiel des Marktplatzes shopping24 der Otto Group, wie man mit einer serverseitigen-API Lösung namens „Godzilla“ die automatisierte Kampagnenverwaltung und -pflege vorantreibt. Auch Judith Rogl von der norisk GmbH zeigte, wie man den SEA Midtail mit einem kleinen Skript und aufbereitetem Datenfeed aus dem Shop automatisieren und abdecken kann. In seinem schnellen, intensiven Crashkurs erklärte Patrick Lensch von bonprix sehr verständlich und bildlich, wie Skripte funktionieren und aufgebaut sind. Gunnar Hopfe von der FS eCommerce GmbH ging ebenfalls tiefer auf das Thema Automatisierung ein. Auch hier wurde eine serverseitige API-Lösung vorgestellt, um Accounts in das AdWords 2.0 zu führen.

Katharina Jung hielt einen äußert interessanten Vortrag zum Thema „PPC Datendreck und wie man ihn beseitigt“. Sie erklärte sehr anschaulich, was die gängigsten Ursachen für fehlerhafte Daten in AdWords und Analytics sind.

Fazit AdWords:

  • Conversion Tracking sinnvoll definieren und nicht per Adwordspixel und importierten Analytics Zielen die gleichen Daten erfassen
  • Welche Attribution wird genutzt
  • Daten hinterfragen und segmentieren
  • Fehlschaltungschaos bei Suchanfragen vermeiden

Fazit Analytics:

  • Gclid Fehler vermeiden, Domain vorab auf Funktionalität testen, bzw. schauen, ob sie die gclid nicht abschneidet. Dies kann man einfach testen, indem man in der Adresszeile den Parameter „?gclid=irgendwas“ hinter der Domain eingibt. Dieser sollte nach Betätigung der Entertaste angezeigt werden.
  • PayPal als Abstauber, da die tatsächliche Transaktion dort erfolgt und der Verweis nach Abschluss seitens Analytics als letzter, nicht direkter Klick erfasst wird (Verweis Ausschlüsse).
  • Berechnete Messwerte sind zweifelhaft – Conversionrate für Session oder Nutzer relevanter und aussagekräftiger?

Automatische Kampagnenerstellung durch Google

Die Session von Sophia Skuratowicz war ein spannender Erlebnisbericht aus dem Alltag von Audible. Es ging um das Display-Netzwerk und die Frage, was passiert, wenn man Kampagnen von Google automatisch erstellen und optimieren lässt. Die Folge: Aus einer granularen Struktur mit genau abgestimmten Zielgruppen wurde eine weniger komplexe Struktur mit den gleichen Interessen für alle Anzeigengruppen und unterschiedlichen Keywords. So wurden aus fünf bis zehn Mio. verfügbaren Impressionen fünf bis zehn Mrd. verfügbare Impressionen pro Woche. Die Gebote und die Aussteuerung wurden mit Google Tools optimiert. Das bedeutet auch, dass keine Placements mehr ausgeschlossen werden. Logischerweise explodierten die Kosten in den ersten Tagen, jedoch blieb der erhoffte Effekt, mehr Conversions, anfangs aus. Dies sorgte für etliche schlaflose Nächte!
Das Fazit nach zehn Wochen: Der CPO hat sich leicht verbessert und die Zahl der Conversions ist gestiegen, auch wenn das Display-Netzwerk weiterhin kein Performance Channel ist, der mit der Suche verglichen werden kann.

Die Kontrolle über seinen Account abzugeben ist sicherlich nicht für jeden Kunden vorstellbar und umsetzbar. Der Vortrag hat uns jedoch dazu angeregt, das eigene Targeting der Displayanzeigen zu überdenken und weniger granulare Kampagnen sowie Targetingmöglichkeiten zu testen.

Skripte helfen bei der maximalen Abdeckung von Suchanfragen

Oliver Greifenstein stellte zwei von ihm entwickelte Skripte vor, die dabei helfen sollen, eine möglichst vollständige Abdeckung aller Suchanfragen zu erreichen. 15 Prozent aller Suchanfragen, die jeden Tag bei Google eingegeben werden, sind neu und einzigartig. Daher ist eine vollständige Abdeckung manuell nur schwer realisierbar.
Keywords werden über explizite Keywords generiert, die über die Webseite oder Feeds abgeleitet werden sowie über implizite Keywords, die man über Suchanfragen aus DSA, Shopping-Kampagnen oder Broad Keyword-Kampagnen mit Performance Daten erhält. Ein impliziter Prozess ist die Grundvoraussetzung, um das Suchverhalten fortwährend genau abzubilden.
Da das manuelle Nachbuchen relevanter Suchanfragen ein zeitaufwendiger Vorgang ist, können diese Aufgaben von Skripten erledigt werden. Sobald diese auf der SEACamp-Webseite veröffentlicht wurden, wollen wir sie selbst gründlich testen!

Calltracking

In einem anderen Vortrag zum Thema „Calltracking“, gehalten von Dennis Klaus und Markus Fabritius aus dem Hause MaTelSo, wurden Daten der letzten sechs Jahre ausgewertet und aufgearbeitet. Calltracking wird überwiegend bei Produkten oder Dienstleistungen empfohlen, die sehr teuer oder beratungsintensiv sind. Um die Vorteile des Calltrackings voll ausnutzen zu können, sollte zunächst der gesamte Prozess der Anrufannahme geprüft werden. Denn jedes nicht angenommene Telefonat ist eine verpasste Conversion-Chance. Daher lohnt es sich, alle Kanäle, Medien und Devices hinsichtlich „Calltauglichkeit“ ausgiebig zu testen und Ausweichoptionen, wie Weiterleitungen und Anrufbeantworter, zu definieren. Denn viele Anrufe gehen immer noch „durch die Lappen“, werden also nicht beantwortet, vor allem am Wochenende:

  • Montag – Freitag 28 %
  • Samstag 41 %
  • Sonntag 66 %

Zahlen zum Thema Calltracking:

  • 30 Prozent der Inbound Calls führt zu Sales, bei Web Leads sind es lediglich 2 Prozent.
  • Zwei Drittel aller Kunden brechen einen Kauf ab, wenn auf der Webseite des Werbetreibenden keine Möglichkeit für einen Call gegeben ist.
  • Die Click-to-Call Verlinkung auf die Nummer steigert das Anrufvolumen um 6-12 Prozent.
  • 61 Prozent der KMU Kunden halten den Anruf für den wichtigsten Lead.

TIPP: Verwendet GEO-Nummern mit regionaler Vorwahl!

Easter Eggs und unser Fazit zum SEACamp 2017

Holger Schulz von data-inside GmbH gab zum Schluss, natürlich immer mit einem kleinen Witz auf den Lippen, dem Publikum kleine Easter Eggs von Google frei. Gemeint ist die zweite Description-Zeile in AdWords. Auch viele kleine nützliche Tools, wie den „Link-Checker de Luxe“ oder den „Usability Booster“, stellte er auf seiner Webseite frei zur Verfügung. Der Trend in der SEA-Szene geht immer mehr dahin, diverse Prozesse von automatisierten Lösungen ausführen zu lassen. Die gewonnene Zeit kann dann in andere Aufgaben investiert werden. Wir sind gespannt, in welche Richtung sich das Ganze weiterentwickelt. Wir finden, das SEACamp 2017 war wieder eine interessante Veranstaltung, auf der wir viel Neues gelernt haben, und die wir als Sponsor gerne unterstützen. Hier noch einige Bilder vom Event selbst:

 

Auch beim nächsten SEACamp im November 2017 in Hannover sind wir wieder mit dabei! Da es schon einige spannende Recaps zum Camp gibt, wollen wir euch diese natürlich nicht vorenthalten:

Recap zum SEACamp 2017 von adseed.com

Recap zum SEACamp 2017 von trustagents.de

Recap zum SEACamp 2017 von sem-boutique.de

Author bio:

Jan ist Senior PPC Manager bei Peak Ace und zertifizierter AdWords-Experte für das Such- und Display-Netzwerk, Google Shopping und Mobile Werbung. Zuvor arbeitete er in verschiedenen Startups und absolvierte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing an der Freien Universität Berlin.

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