OMCap 2017, Konferenz, Berlin, Online Marketing

Recap: 8 Learnings von der OMCap 2017

Am 19.10.17 fand die mittlerweile 8. Online Marketing Capital in der Berliner Spreegalerie statt, am Vortag wurde das Pre-Event in den Räumen von Performics ausgerichtet. Auf drei Ebenen gaben viele Branchengrößen einen Einblick in ihr Wissen aus allen Bereichen des Online Marketings. Nachdem die Konferenz offiziell eröffnet war, entschieden wir uns als erstes für einen Vortrag von Ingo Kahnt über die Zukunft des Content Marketings.

„Programmatic Creative: Wie One-to-One Kommunikation endgültig reichweitenfähig wird“

Programmatic Creative ist „die Nutzung von Technologie zur Automatisierung von individuell produzierten Werbemitteln auf Basis von aggregierten Daten in Echtzeit“.

Ingo Kahnt stellte uns den„Vacation Matchmaker“ aus Amerika vor, der Usern – basierend auf ihrem Onlineverhalten – ihren Traumurlaub vorschlägt. So kann Werbung haargenau und in Echtzeit an die richtige Zielgruppe ausgespielt werden.

Ingos These lautet:

„In zwei bis vier Jahren werden wir keine klassischen Kreativprozesse mehr kennen.“

Er sieht Daten als Schlüssel zur neuen Welt und KI als den Treiber. So wird die Datenanalyse eine übergeordnete Rolle spielen. Anstatt Ideen zu brainstormen, werden Content Marketer Daten interpretieren und in eine Geschichte umwandeln.

Ingo Kahnt bei seinem Vortrag „Programmatic Creative – wie one-to-one Kommunikation endgültig reichweitenfähig wird“

„International Content Marketing – overcoming challenges when creating local content“

Nachdem Anna Troidl (Webcertain) ihren ersten Konferenz-Vortrag auf einem Selfie mit dem Publikum festhielt, erinnerte sie uns an zahlreiche Vorteile von lokal angepasstem Content:

  • Über 70 Prozent der User lesen Webseiten in ihrer eigenen Sprache.
  • Mehr als 70 Prozent würden ein Produkt eher kaufen, wenn dafür Infos in ihrer eigenen Sprache verfügbar wären.
  • Für mehr als die Hälfte der User spielt die eigene Sprache für die Kaufentscheidung eine wichtigere Rolle als der Preis.

Es gibt bei der Erstellung von local Content einige Hürden zu bewältigen. So sollte unbedingt ein Ortsansässiger mit ins Boot geholt werden, der die Menschen und ihre Kultur versteht. Diesen findet man über Jobanzeigen, Freelancer-Plattformen oder über Empfehlungen.

„The state of digital Marketing”

Florian Heinemann (Project A) schaute in eine Zukunft, die von Plattformen beherrscht wird, die Produkte und Dienstleistungen anbieten. Touchpoints mit den Kunden werden immer stärker digitalisiert. Die Werbefläche dieser Touchpoints wird allerdings begrenzt sein und höchstwahrscheinlich durch ein Auktionssystem unter den meistbietenden aufgeteilt. Um nicht vollkommen abhängig von diesen Plattformen zu sein, ist eine gute Kundenbindung essentiell.

Florian Heinemann erzählt über „The State of Digital Marketing“

Mittagspause: Wenig Entscheidungsfreudige konnten aufatmen. Es gab Curry mit Hühnchen oder eine Veggie-Option, dazu Reis, Salat und Tomatensuppe. Hinterher konnten Besucher sich von zwei sympathischen Männern das Food-Koma gleich wieder wegmassieren lassen. So ging es gestärkt und entspannt in die nächste Runde interessanter Vorträge:

„Building the optimal marketing stack for Cross-Channel-Marketing – options learning & use cases“

Drei Strategien, mit denen Unternehmen ihre Cross-Channel-Communication gewinnbringend organisieren können:

  1. Proprietary MarTech Stack: Eine selbst programmierte Software, die genau auf die Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt ist.
  2. Single Vendor Marketing Suite: Eine schon existierende Software, die sogenannte Marketing Cloud. Aber: Auch wenn damit geworben wird, ein allumfassendes Programm gibt es nicht.
  3. Integrated Best-of-Breed: Eine Reihe von ausgewählten Software-Produkten.

Welche der drei Möglichkeiten am besten passt, muss jedes Unternehmen selbst entscheiden. Das Wichtigste ist und bleibt jedoch gute Organisation, betonte Manuel Hinz noch einmal.

„The rise of intelligent service”

Die extra aus New York angereiste Liz Walton (Yext) betonte, wie wichtig es sei, die Eigenschaften des Unternehmens auf möglichst vielen Plattformen zu kommunizieren. Gerade im lokalen Bereich gibt es viele verschiedene Dienstleister, die potentiellen Kunden Firmeninformationen bereitstellen. Hier gilt es, seine Firmendaten konsistent, umfassend und aktuell zu kommunizieren. Eine nützliche Hilfe hierbei ist schema.org. Es bietet Unternehmen ein ausführliches Vokabular, mit dem sie ihre Produkte und Dienstleistungen verständlich, einheitlich und für die Suchmaschinen gut lesbar, beschreiben können.

Wichtig für die Markenkommunikation auf allen Plattformen sind:

  • Präzision
  • Konsistenz
  • Optimierung

Liz betonte:

„Wer seine relevanten Informationen nicht preisgibt, wird auch nicht gefunden!“

Denn Randinformationen – wie die Haustierfreundlichkeit eines Hotels – können die Entscheidung eines potentiellen Kunden beeinflussen.

Sie gab uns vier Tipps mit an die Hand, um Traffic über die „Intelligent Services“ zu generieren:

  1. Central: Die fundamentalen Eigenschaften des Unternehmens kommunizieren
  2. Push: Auf möglichst vielen Kanälen vertreten sein
  3. Fire up your Fans: Frage deine Kunden nach Online-Bewertungen. Häufig geben sie diese gerne. User-Bewertungen haben einen großen Einfluss auf die Kaufentscheidung.
  4. Designate: Es ist wichtig, verantwortliche Personen zu bestimmen.

„Links, die echten Traffic generieren“

Mario Jung (ReachX), der selber Konferenzveranstalter ist, regte die Gäste dazu an, das klassische Link-Management mal anders zu betrachten. Warum nicht vorhandene Links verbessern, anstatt immer mehr Links zu generieren? Wie? Die Webseitenbetreiber einfach fragen. Viele werden positiv auf die angebotene Hilfe reagieren. Dazu kommen zur Verbesserung der Nutzerdaten keine anderen Mittel zum Einsatz, als die, die man für seine eigene Webseite auch nutzen würde.

Vorteile der Link-Veredelung:

  • Geringe Wahrscheinlichkeit der Abstrafung
  • Für Wettbewerber schwerer zu durchschauen
  • Win-win Situation, die oftmals günstiger ist

Mario Jung bei seinem Vortrag über „Links, die echten Traffic generieren“

„Influencer Marketing vs. Facebook Ads“

Nach einer kurzen Kaffe- und Kuchenpause ging es weiter:  Steffen Jecke (Projecter) brachte uns die Unterschiede zwischen Influencer Marketing und Facebook Ads näher. Beide Kanäle haben individuelle Vor- und Nachteile.

Influencer sind äußerst erfolgreich. Ihre Fans identifizieren sich mit ihnen. Werben sie für ein Produkt, tun sie das fast immer mit großem Erfolg. Allerdings lässt sich das Verhalten der Influencer für die Zukunft nicht vorhersehen. Bei Negativ-Schlagzeilen kann deren Image auf ein Unternehmen abfärben. Auch die Rechtslage ist oftmals noch eine Grauzone und Fake-Profile sind oft schwer zu durchschauen.

Facebook Ads haben den Vorteil, dass sie messbar sind, individuell ausgespielt werden können und kontrollierbar sind. Allerdings werben viele Unternehmen auf Facebook, was die Konkurrenz verstärkt. Oft werden so Werbeanzeigen gar nicht erst gesehen.

„SEO-Tipps für die Praxis“

Laut Steffen Haupthoff (Mister Spex) fehlt in vielen Unternehmen das Fundament für eine erfolgreiche SEO-Strategie. Noch vor der Bestandsaufnahme sollte geklärt werden, ob überhaupt fundiertes SEO-Verständnis im Unternehmen vorhanden ist.

„Die Implementierung einer SEO-Strategie bedeutet oftmals einen umfangreichen Lern- und Wandlungsprozess in vielen Bereichen des Unternehmens.“

SEO ist ein langfristiger Kanal und benötigt Zeit. Es muss regelmäßig Budget dafür eingeplant werden. Für die Durchsetzung der SEO-Strategie empfahl Stefan folgende Maßnahmen:

  1. Information: Kommunikation der Inhalte und der erwarteten Auswirkungen (Akzeptanz schaffen)
  2. Qualifikation: Schulungen und Trainingskurse (Know-how aufbauen)
  3. Prozesse: Konzeption und Implementierung von festen Abläufen (Barrieren abbauen und Prozesse automatisieren)

Nach einem spannenden und lehrreichen Tag konnten wir bei kühlen Getränken und Pizza den Tag munter netzwerkelnd ausklingen lassen. Um 22 Uhr schlossen sich langsam die Türen. Alles in allem war die Konferenz ein gelungener Mix mit Vorträgen aus allen Bereichen. Für uns war der Besuch definitiv eine tolle Erfahrung. Wir sagen danke und kommen gerne wieder!

Unsere 8 Learnings:

Nun aber noch zum wichtigsten Teil, unseren 8 Learnings aus den Vorträgen:

  1. Daten werden für das Content Marketing in Zukunft eine größere Rolle spielen. Die Aufgaben der Content Marketers werden sich dementsprechend verändern. Auf diese Entwicklung sollte man vorbereitet sein.
  2. Wer sein Produkt im Ausland erfolgreich anbieten will, muss die Inhalte unbedingt sprachlich und kulturell an das jeweilige Land anpassen. Dafür am besten mit einem Local zusammenarbeiten.
  3. Plattformen und Auktionsmodelle werden die Zukunft des digitalen Marketings sein. Unternehmen, die sich effektiv an neue Touchpoints anpassen und eine aktive und direkte Kundenbeziehung herstellen können, werden in Zukunft die besten Chancen haben.
  4. Es gibt keine Universallösung für eine Cross-Channel-Kommunikation, die für alle Unternehmen funktioniert. Sei es eine selbst programmierte Software, eine Marketing-Cloud oder ein Mix aus verschiedenen Systemen: Jede Strategie hat ihre Vor-und Nachteile. Am Ende ist eine gute Organisation wichtiger als die verwendete Technik.
  5. Eine konsistente, präzise und optimierte Markenkommunikation auf möglichst vielen Kanälen ist wichtig. Dabei können auch vermeintliche Randinformationen entscheidend sein.
  6. Wenn du die Chance hast, durch eine Partnerseite Traffic zu generieren, mache deinen Partner stark und profitiere selber davon.
  7. Abhängig vom Produkt oder der Dienstleistung eines Unternehmens ist ein gut durchdachter Mix aus Facebook- und Influencer-Werbung ein vielversprechendes Mittel, seine Markenbekanntheit zu steigern.
  8. Noch bevor es an die Analyse und schließlich an die Umsetzung geht, sollte in den Unternehmen ein umfangreiches Verständnis für SEO geschaffen werden.

 

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Author bio:

Marlene stieß erstmalig durch unseren SEA Stammtisch auf Peak Ace und war sofort begeistert von unserer Agentur. Zuvor war sie für eine Rechtsdienstleistung als Online Marketing Allrounder tätig. Nun fühlt sie sich im Content Marketing & Online PR Team zuhause.

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