Facebook Ads Camp 2018

Recap: Facebook Ads Camp 2018 in Köln

Funnels, Tracking und Facebook Catalogs standen beim 2. Facebook Ads Camp 2018 neben dem Thema DSGVO im Fokus.

Nachdem die Veranstaltung 2017 zum ersten mal stattfand, ließen wir uns auch das 2. Facebook Ads Camp nicht entgehen. Den organisatorischen Teil übernahm neben Felix Beilharz auch Kai Herzberger von Facebook, der die Veranstaltung mit einem kurzen Vortrag über Facebook Inc. eröffnete. Angesprochen wurden neben Themen der F8 am ersten Mai auch neue Features für Instagram, Gruppen und VR.

Kurzfassung – Too Long; Didn’t Read

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Die Speaker des Facebook Ads Camp 2018 im Überblick

Florian Litterst von AdsVenture.de lieferte uns die ersten Tipps für ein erfolgreiches Facebook Advertising. Besonders spannend war hier ein Facebook Pixel Event, welches dank Google Tag Manager eine Zielgruppe mit sogenanntem “Search Intent” erstellt. Da diese Zielgruppe schon eine aktive Suchintention hat und bereits auf der Website gelandet ist, ließe sie sich für aufwändige Conversion- und Remarketing/Retargeting-Kampagnen nutzen.

Ebenfalls wichtig ist das Facebook Analytics, welches regelmäßig durch Updates verbessert wird. Das betonte nicht nur Florian, sondern auch viele andere Speaker immer wieder. Hervorzuheben ist, dass Facebook hier nicht versucht Google Analytics zu imitieren, sondern vielmehr das lang ersehnte Social Analytics etablieren möchte.

Im B2B-Bereich erklärte Dennis Fäckeler von Homelike, wie sich seine Ansicht des B2B-Marketings über die Facebook Family komplett geändert hat. In seiner Präsentation teilte er uns mit, wie er einen erfolgreichen Funnel etablierte, der die Conversions mit positivem ROAS steigerte. Hierzu nutze er ebenfalls die Erstellung von Zielgruppen basierend auf UTM-Parametern.

Bezüglich der Marketing-Kosten erklärte er, warum alle Attributionsmodelle von Google und Facebook scheitern und man lediglich die beste Aussage treffen kann, wenn man Marketing-Kosten ins Verhältnis zum erwirtschafteten Umsatz setzt. Alternativ gibt es die Möglichkeit, ein Data Warehouse zu pflegen, alle Maßnahmen zu importieren und deren Erfolg noch einmal intern auszuwerten. Aber Hand aufs Herz – wer macht das schon außer die Global Player?

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An dieser Stelle gab uns Thomas Hutter einen besonders guten Einblick, wie und wofür man den Facebook Katalog noch anpassen kann. Am Beispiel einer Jobplattform wurde der Produktkatalog von Facebook schlichtweg in einen gigantischen Jobkatalog umgewandelt. Das Ergebnis war massiver Traffic für die jeweiligen Stellen auf der Website.

Andreas Grimm und Christian Penseler sprachen über das Dilemma der Facebook Frequenz und gaben uns direkt die Lösung dafür mit auf den Weg. So ließe sich nicht nur die Frequenz von Werbeanzeigen bei Usern unter Kontrolle halten, sondern sogar sequenzielle Ad Delivery außerhalb des Reach & Frequency ermöglichen.

Wie Remarketing am besten geht – ohne den User immer mit einer Preisreduktion zu reaktivieren – das haben Dan & Luuk von gearbunch.com gezeigt. Statt permanent mit dem Preis runterzugehen oder Rabattgutscheine anzubieten, überzeugen sie mit ihren dynamischen Anzeigen eher mit Reminder-Funktionen und dem psychologischen Trigger der Verlustangst. Stichwort “Dein Warenkorb wird demnächst gelöscht”.

Ganz anders daher kam Molly Pittman als (noch) einzige Speakerin aus den USA. Sie verriet uns, wie sie mithilfe von Messenger Ads und Posts, die zur Interaktion anregen, den Abverkauf von Produkten steigerte. Der Chat Bot hatte hierbei die Aufgabe, stets automatisiert zu kommunizieren und den User zum nächsten Schritt der Buchung zu führen. Die Herausforderung hierbei ist es, die Kommunikation stets so zu gestalten, dass der User auf jeden Fall antwortet. So wird die Kommunikation nicht als störend empfunden oder von Facebook geblockt.

Content und Influencer

Im super unterhaltsamen Vortrag von Steffen Jecke aus der Agentur Projecter erfuhren wir, wie man relevante Influencer ausfindig macht und die Follower prüft. Der Case eines Anbieters für organisierte Klassenfahrten zeigte, dass auch älterer Content in den Netzwerken sowie auf YouTube noch lange nach der Veröffentlichung relevant sein kann. Während Inhalte auf Facebook & Co. nach einer gewissen Zeit nahezu unsichtbar werden, erweist sich YouTube hingegen als sehr viel wichtiger für Content, den User für ihre Recherche nutzen. So steigt die Anzahl der Views langsam aber stetig.

Bei der Zusammenarbeit mit Influencern gilt es zu beachten, dass das Image und die Zielgruppe des Influencers zum Unternehmen passt. Ebenso ist zu berücksichtigen, dass der Influencer in keiner Verbindung zu kritischen Themen steht.

Hat ein Influencer Inhalte erstellt, die sich organisch schon als erfolgreich erwiesen haben, ließe sich dieser Inhalt nun mit Budget in den relevanten Netzwerken und Plattformen nochmals aussteuern. In dieser Phase kann man perfekt abgleichen, ob die Zielgruppe des Influencers mit dem Wunsch-Targeting korreliert.

DSGVO und Facebook

Hier gibt es stets widersprüchliche Aussagen seitens Facebook aber auch anderer Quellen. Unser Vertrauen liegt jedoch auf der Seite erfahrener Online-Juristen wie bei RA Niklas Plutte. Niklas hat mit seinem Speaker Partner Thomas Thaler einen Überblick zur DSGVO und der Rechtslage bzw. Position zu Facebook veranschaulicht. Unverbindlich natürlich, weil hier die Zukunft zeigen wird, was auf uns zukommt.

Ein wichtiger Punkt in Verbindung mit DSGVO ist Artikel 15. Dieser gibt dem User das Recht, sich eine umfassende Auskunft über den Einsatz der individuellen, personenbezogenen Daten übermitteln zu lassen. Ob und wie sich dies in der Praxis durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Unternehmen sollten jedoch vorbereitet sein.

Um das Risiko einer Abmahnung zu minimieren, sollte man den Usern stets die Möglichkeit eines Opt-outs anbieten. Sei es auf der Startpage oder innerhalb der eigenen App, wenn der User die Seite oder App das erste Mal nutzt, oder an anderen Stellen wie E-Mail-Formularen und Facebook Lead Ads. Übrigens: Es muss auf alle Tracker und deren Nutzen und Funktion für den User hingewiesen werden. Checkboxen lassen grüßen!

Für uns Agenturen ist hierbei wichtig, dass wir als Auftragsdatenverarbeiter fungieren, wenn wir Budget für Kunden vorstrecken, das wir anschließend wieder in Rechnung stellen. Dadurch ändert sich unsere Rolle direkt zum Auftragsdatenverarbeiter. Wenn sich nun herausstellt, dass sich das Tracking des Kunden nicht als DSGVO-konform erweist, so ergibt sich eine Mithaftung der Datenschutzrichtlinien für die Agentur.

Wie DSGVO-konform all diese Targeting- und Anzeigenformate sind, kann bis zuletzt nicht klar beantwortet werden. Sicher ist jedoch, dass stets eine Einwilligung für die Erhebung personenbezogener Daten notwendig ist sowie die Aufklärung über die Datennutzung. Des Weiteren dürfen (ohne Einwilligung) keine personenbezogenen Daten erhoben werden, welche User eindeutig identifizierbar machen. Das zielt vor allem auf die erweiterten Funktionen des Facebook Pixels ab. Dies wird sich wahrscheinlich auch stark auf den Facebook Pixel sowie die dynamischen Facebook Kataloge auswirken.

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Facebook Ads Camp 2018: Fazit

Nach einem ganzen Tag voller Vorträge und Input sowie Ideenanregung auf höchstem Niveau starten wir in der neuen Woche motivierter denn je ins Performance-Rennen. Es gilt nicht nur das technische Aufsetzen von Kampagnen und Tracking zu maximieren, sondern auch die Kommunikation zum User stets zu verbessern. Nach wie vor wissen wir zwar mehr über die DSGVO und Facebook, dennoch bleibt der Impact für Advertiser abzuwarten.

Wir waren begeistert und sind auch nächstes Jahr wieder dabei, wenn es in das Facebook Ads Camp geht.

Author bio:

Als Online Redakteurin bei Peak Ace ist Sontje vor allem dafür zuständig, nutzer- und suchmaschinenfreundlichen Content zu produzieren. Außerdem schreibt sie über News von Peak Ace und aktuelle Entwicklungen in der Online Marketing Welt.

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