programmatic advertising d3con 2017

Programmatic Everywhere – so war die d3con 2017 in Hamburg

The future of advertising, das Leitmotto der letzten beiden Tage oder was kann Programmtic Advertising alles leisten?

Die d3con bezeichnet sich selbst als das weltgrößte Event zum Thema Programmatic Advertising. Warum sie sich selber nicht als Konferenz bezeichnen, bleibt an dieser Stelle offen.
Sicher ist aber, dass man im deutschsprachigen Raum an dieser Konferenz nicht vorbeikommt, wenn man im Marketing tätig ist.
Hier treffen alle Lager aufeinander. Zum einen die Publisher, die ihr Inventar vermarkten, die Advertiser, die das Inventar kaufen, die Agenturen, die teilweise zwischen beiden vermitteln und natürlich alle anderen Marktteilnehmer wie Tech Anbieter. Wie das Ganze zusammen funktioniert hat, könnt ihr in diesem Recap lesen.

Zunächst einmal hier ein großes Lob an das Team um Thomas Promny, allein durch die Wahl des Veranstaltungsortes haben sie es geschafft, eine einzigartige Stimmung zu kreieren, die mir persönlich an beiden Tagen extrem gut gefallen hat.
Die Beachvolleyballhalle am ersten Tag hat die University einfach extrem gemütlich und entspannt gemacht. Das Cinemaxx Kino bot sehr große Säle. Diskussionen aus einem gemütlichen Kinosessel zu belauschen hat einen ganz besonderen Charme. Gleichzeitig boten die riesigen Leinwände in den Sälen eine perfekte Sicht, sogar von der letzten Reihe aus. Die Akustik stimmte hier natürlich ebenso.

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Beach Feeling in der d3con University

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Sitzplätze für Tausend Gäste – Der Hauptsaal im Cinemaxx

d3con University vs d3con Konferenz

Die d3con besteht aus zwei miteinander verwobenen Veranstaltungen, die man aber auch einzeln besuchen kann.

Die Unterschiede zwischen dem ersten Tag, dem Tag der University und dem zweiten Tag, dem Konferenz Tag hätten größer nicht sein können. An dem einen Tag noch locker in Flipflops und kurzer Hose in die Thematik eingestiegen mit Sessions, wie ich sie klassisch von Fachkonferenzen kenne und am anderen Tag dann das komplette Gegenteil mit einer viel größeren Anzahl an Besuchern, die größtenteils im Anzug ein – zumindest optisch – anderes Publikum widerspiegelten und hauptsächlich Panels und Sessions, in denen diskutiert wurde.

Trotzdem gab es übergreifend immer wieder Themen, die sowohl in der University, als auch in der Konferenz aufgegriffen wurden. Ganz vorn mit dabei natürlich das Thema Transparenz. Dieses nicht nur in Hinsicht auf Transparenz zwischen Werber, Agentur und Publisher, sondern auch im Hinblick auf das Thema Ad Fraud. Hier gab es vor allem am ersten Tag eine sehr lehrreiche Session mit Jens Scheidemann von Batch Media und Dr. Philipp v. Hilgers von Meetrics zum Thema: Fraud Detections oder wie definiere ich eigentlich Fraud. Wie ist hier die Abgrenzung zwischen Betrug, Viewability und Brand Safety zu sehen.

Den Auftakt zur Konferenz am 2. Tag machte @Molly Schweickert von Cambridge Analytica. Ja genau richtig, Cambridge Analytica ist die Firma, die nach den US Wahlen im November in aller Munde war. Molly hat uns einen tiefen Einblick gegeben, wie sie Kampagnen gebaut haben, die sehr genau auf Zielgruppen zugeschnitten waren. Im Grunde ging es vor allem darum, Menschen und deren Handlungen zu verstehen und daraus bestimmte Motive abzuleiten, die für mehr Engagement sorgen und schlussendlich dazu führen, dass sie zur Wahl gehen und für den entsprechenden Kandidaten stimmen.
Das Thema ist in meinen Augen sehr umstritten und im Nachgang zu sagen, welchen Einfluss genau solche Kampagnen auf das Wahlergebnis hatten, halte ich für diskussionswürdig. Was für mich jedoch klar ist, ist die Tatsache, dass man über Datenerhebung und Psychologie Menschen verstehen und auch in gewissem Maße motivieren kann. Ob und inwiefern Cambridge zum Ausgang der Wahl beigetragen haben, können wir gern beim nächsten Stammtisch diskutieren.
Allein die Vielzahl der eingesetzten Medien in der Wahlkampfkampagne ist beeindruckend: Von Native Ads über Landingpages, Google Search, Facebook, Twitter, YouTube, E-Mail, TV oder auch Snapchat waren alle wichtigen und gängigen Kanäle beteiligt. Interessant daran: Durch diesen sehr digitalen programmatic Ansatz benötigte man kein 100 Mann starkes Team. Zwölf Leute bei Cambridge Analytics und einige externe Designer und Online Marketing Menschen haben diese Aufgabe gemeistert. Wirklich beeindruckend, wenn man an den ganzen Workload denkt.
In der anschließenden Diskussion im Panel wurde auch hier darüber gesprochen, ob es möglich ist über diese Vielzahl an segmentierten und fragmentierten digitalen Kanälen, die große Masse an Menschen zu erreichen und zu mobilisieren. Zumindest die großen Hersteller von Konsumgütern bzw. deren Vertreter wie Christian Meyer von Müller Media waren hier durchaus skeptisch. Aber diese Skepsis über die aktuelle Situation ist nicht ganz neu und gab es bereits in der W+V  im Vorfeld der Dmexco letztes Jahr zu lesen.

Zusammengefasst

In Summe habe ich wahnsinnig viel gelernt, vor allem am ersten Tag gab es sehr viel best practices und hands on. Programmatic ist ein weites Feld, das nicht beim Einkauf von Display Banner aufhört, sondern viel komplexer ist. Das wurde mir spätestens am 2. Tag klar und gleichzeitig sind hier so viele gute und wichtige Fragen gestellt worden. Die wirklich hochkarätigen Speaker haben nachhaltig dafür gesorgt, dass ich die Thematik Marketing und Werbung nun viel ganzheitlicher betrachte, was mir gleichzeitig in der täglichen Arbeit hilft den Fokus richtig zu setzen.

Für alle die neu im Thema sind empfehle ich auf jeden Fall die University im Vorfeld zu besuchen. Für alle, die bereits länger mit Marketing zu tun haben, ist der 2. Tag defintiv spannend.

Author bio:

Alexander ist PPC Manager bei Peak Ace. Aktuell verantwortet er darüber hinaus das Thema Web Analytics. In seiner Freizeit führt er zwei Musiklabel mit Fokus auf Club Musik und ist als Veranstalter tätig.

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