Gekommen, um zu bleiben – Ein Jahresrückblick aus Sicht von Content Marketern

Zugegebenermaßen rief das Jahr 2016 den ein oder anderen bizarren Trend hervor. Erwachsene, die in eine regelrechte Pokémon Go Hysterie ausbrechen oder diese Sache mit den sich in der Luft überschlagenden Plastikflaschen, die wieder aufrecht landen? Naja – immerhin durfte sich Leo in diesem Jahr über seinen ersten Oscar freuen.

Wechselt man jedoch den Standpunkt und betrachtet das Jahr aus Content-Marketing-Sicht, sieht das Gras auf dieser Seite schon viel grüner aus. Kaum eine andere Welt gilt heute als schnelllebiger als die Online-Welt. Hypes kommen, Hypes gehen – schneller, als Du Hashtag sagen kannst (zum Glück, wenn wir an den Pokémon Hype zurückdenken). Führt man sich diese Schnelllebigkeit vor Augen, ist es wohl bemerkenswert, dass Content Marketing nun laut dem branchenspezifischen News-Portal onlinemarketing.de das zweite Jahr in Folge zum Buzzword des Jahres gekürt wurde. Die Zeiten, in denen Content um des Contents willen produziert und Ratgebertexte mit Unmengen gestelzt klingender Keywords bestückten wurden sind vorbei. Heute gilt diese – mittlerweile mehr als etablierte – Disziplin als die Zukunft des Werbegeschäfts. Denn Fakt ist: qualitativer Content führt nachweislich zu mehr Traffic, mehr Leads sowie verdammt guten Rankings in den organischen Suchergebnissen.

Angesichts der vergangenen Jahre lässt sich immer wieder feststellen, dass Content Marketing stets als ein Teil des gesamten Prozesses integriert sein sollte – ungeachtet dessen, welche Form von Marketing Unternehmen oder Agenturen zum Einsatz bringen. Denn qualitativ hochwertige Inhalte spielen in jeglichen Marketingstrategien eine essentielle Rolle:

    1. Social Media Marketing: Die Content Marketing Strategie steht hier noch vor der Social Media Strategie, denn womit wird der Kanal sonst gefüllt, wenn nicht mit qualitativen Inhalten?
    2. SEO: Unternehmen, die konstant relevante Inhalte anbieten, werden von Suchmaschinen mit guten Rankings belohnt.
    3. PR: Erfolgreiche PR-Strategien behandeln Inhalte, die Nutzer tatsächlich interessieren.
    4. Inbound Marketing: Auch hier ist Content der Schlüssel für Traffic und Leads.
      1. Für CMOs scheint es eindeutig: Content ist die Zukunft. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie, in deren Zuge man über 1.000 Unternehmen zum Thema Content Marketing Strategien befragte. Diese Statistik erklärt auch die steigenden Budgets und den immer größer werdenden Personalaufwand in entsprechenden Bereichen.

78 % der CMOs sehen Content Marketing als die Zukunft des Werbgeschäfts

Quelle: demandmetric.com

      1. Bloggen bringt’s! Zumindest laut der Statistik. Demnach weisen nämlich knapp 80 Prozent der bloggenden Unternehmen einen positiven ROI auf. Wichtig dabei: Qualität und Regelmäßigkeit der veröffentlichten Inhalte.

Knapp 80 Prozent aller bloggenden Unternehmen weisen einen positiven ROI auf.

Quelle: demandmetric.com

      1. Jahr für Jahr steigen die Budgetanteile und dies gilt auch für 2016. Im Vorjahr investierten Firmen noch 25 Prozent des Marketing Budgets in Content Marketing, 2016 galt das schon für jeden dritten Marketing-Euro.

Unternehmen investieren ein Drittel des Marketingbudgets in Content Marketing

Quelle: contentmarketinginstitue.com

      1. Fortune 500 – Laut einer Studie von Sam Slaughter investieren die 500 reichsten Unternehmen weltweit bis zu 50 Prozent ihres gesamten Marketingetats in Content Marketing, Tendenz steigend.

Die 500 reichsten Unternehmen weltweit investieren bis zu 50 Prozent ihres Marketingetats in Content Marketing

Quelle: haufe.de

      1. Dieser Trend zeichnet sich auch eindeutig in D‐A‐CH ab: Investitionen stiegen hier im Jahr 2016 um 18,9 % auf 6,9 Milliarden Euro.

Investitionen in Content Marketing stiegen im Jahr 2016 um 18,9 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.

Quelle: the-digitale.com

      1. Innerhalb von 36 Monaten konnten Content Marketing Strategien 31 Leads pro investierte 1.000 Dollar generieren. Paid Search hingegen generierte in der selben Zeit mit demselben Investment nur ein Drittel davon.

Innerhalb von 36 Monaten konnten CM Strategien 31 Leads pro investierte 1000 Dollar generieren

Quelle: marketeer.kapost.com

Wo sich Content Marketing außerdem auswirkt

Die immer größer werdende Rolle von Content Marketing lässt sich angesichts der stetig wachsenden Budgetanteile nicht von der Hand weisen. Doch nicht nur hier macht sich die inhaltsgetriebene Marketingstrategie bemerkbar: Auch im Sales Funnel verzeichnen Unternehmen positive Änderungen. Von über 1.000 Befragten gab in der aktuellen Studie von Curata ein Großteil an, Content Marketing wirke sich positiv auf die Awareness sowie die Positionierung als innovativer Vordenker des Unternehmens aus. Des Weiteren steige die Engagementrate der anvisierten Zielgruppen sowie der Webtraffic durch den stetigen Content-Input. Betrachtet man neben dem oberen Bereich des Sales Funnels auch den mittleren sowie unteren Bereich, machen sich hier ebenfalls deutliche Änderungen bemerkbar: 74 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie Content Marketing zur erfolgreichen Leadgenerierung und Vertriebsunterstützung nutzen.

Verschwende nicht des Users Zeit – Das können Content Marketer aus dem Jahr 2016 lernen

Vielleicht erinnert Ihr Euch vage an diese Zeiten, in denen man sich noch Briefe schrieb, die Zeitung als einzige Informationsquelle galt und das Festnetztelefon eine der wenigen Möglichkeiten war, sich mit jemandem zu verabreden. Manch einer behauptet, das seien die „guten alten Zeiten“. Möglicherweise stimmt das auch. Aber genauso wie es heutzutage ineffizient ist, ein Telefon mit Drehscheibe zu nutzen, können es sich Content Marketer nicht erlauben, das Hier und Jetzt zu ignorieren. Wir leben mittlerweile in einer komplexen und zugleich paradoxen Welt. Wir begehren die Information, wir wollen immer mehr davon und das am besten so schnell wie möglich. Doch dadurch sind wir gleichzeitig einer Informationsflut ausgesetzt, in der wir ständig mit irrelevanten und schlecht recherchierten Inhalten konfrontiert werden. Selbstverständlich gilt die Regelmäßigkeit von Veröffentlichungen als wichtig, jedoch bedeutet das nicht, auf Teufel komm raus jede Woche Inhalte um des Inhalts willen zu veröffentlichen. Vielmehr bedeutet es, dem Nutzer etwas Unterhaltsames, Informatives, Beratendes oder Interaktives zu bieten, das er tatsächlich braucht, ihn interessiert oder ihm ein Erlebnis beschert. Aufmerksamkeit auf sich zu lenken bedeutet für Marketer und Advertiser also primär, Qualität zu liefern und nicht ausschließlich auf Quantität zu setzen. Verlässliche Inhalte statt heißer Luft lautet das Credo.

Ein Blick in die Content-Zukunft

2016 war wohl das ereignisreichste Jahr aus Sicht von Marketern, Advertisern oder PR-Beratern. Dass die Digitalisierung eine zentrale Rolle im Werbegeschäft spielt, dessen waren Unternehmen und Agenturen sich bewusst. Jedoch kann man wohl sagen: 2016 hat für Content Marketing die Weichen gestellt. Man hat erkannt, dass inhaltsgetriebene Marketingmaßnahmen etwas bieten, von dem alle profitieren: Unternehmen, Marken, Produkte – insbesondere aber der Nutzer. Offensichtlich besteht hier eine große Nachfrage seitens des Users und dementsprechend steigen die CM-Budgets auch in Zukunft noch weiter an. Laut der Curata Studie planen drei Viertel aller befragten Unternehmen im kommenden Jahr ihre Investitionen in Content Marketing weiter aufzustocken. Und mehr Budget bedeutet im Umkehrschluss mehr Möglichkeiten: Möglichkeiten für neue Formate, größere Inhalte, umfangreichere Projekte. Perspektivisch gesehen möchte ein Großteil der Unternehmen außerdem das Content Marketing Team zusätzlich stärken, eine Content-Strategie implementieren und in entsprechende Technologien investieren, welche Erfolgsmessungen spezifischer Inhalte ermöglichen. User, Ihr dürft gespannt sein – 2017 is coming.

Author bio:

Bevor Gülsüm ein Teil des Content & Online PR Management Teams bei Peak Ace wurde, studierte sie Kommunikationswissenschaft, Soziologie sowie Europäische Ethnologie im Bachelor und arbeitete anschließend als PR-Beraterin. Ihr Credo bei der Erstellung von Content: Nicht in Zielgruppen denken – sondern in Menschen!

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